ISLANDS: Non-Places

Böse Zungen mögen ja behaupten, ich würde all diese kurzen, ausgefallenen Indie-Titel nur auswählen, um schnell meinen Blog zu füllen. Tja, Recht haben sie.

Aber warum nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden? Denn ich spiele gerne abseits der ausgetretenen Pfade des Mainstreams. Und wenn ich Apples App Store so durchforste, dann bleibt mein Blick unweigerlich an den kleinen, feinen und oft recht experimentellen Werken unabhängiger Entwickler hängen.

So auch geschehen bei ISLANDS, einer interaktiven Kunstinstallation des New Yorker Künstlers Carl Burton.

Zehn unwirklich Orte, sogenannte „non-places“, gilt es in dessen Spiel zu erkunden. Ein jeder davon ist eine in sich abgeschlossene, ganzheitliche Erfahrung aus Berühren, Beobachten und Zuhören. Man dreht Objekte im Raum und versucht diese durch ein Antippen zu einer Reaktion zu verleiten. Ein dumpfes Ausprobieren ist dies aber nicht, denn ISLANDS gibt einem immer wieder visuelle Hinweise, mit welchen Teilen einer Landschaft man interagieren kann. Und so lässt man Bäume erblühen, die eine Rolltreppe hinauffahren, Flaschen gleiten wie von Zauberhand aus einem Kühlschrank, um sich zu einem wilden Tanz zu formieren, aus Gepäckstücken auf einem Kofferband wird eine wogende Klaviatur und in der Nacht geheimnisvoll leuchtende Pilze beginnen entlang eines Sendemasts zu wuchern.

Wunderschön, faszinierend, aber auch furchteinflößend sind all die Levels des Spiels, das es vermocht hat, mich rund eine Stunde lang in seinen Bann zu ziehen. Gänzlich ohne Regeln, Highscore oder Zeitdruck.

ISLANDS ist genau die Art von Titel, die ich gerne in einer Virtual Reality-Version erleben möchte. Ich hoffe, dass Carl Burton sich dazu entschließen wird, weitere auf seiner Homepage ausgestellten Konzepte und Kurzfilme in interaktive Spiele zu verwandeln. Mir gefällt seine Kunst nämlich sehr.

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