Calculator: The Game

Schon seit einiger Zeit gehe ich mit dem Gedanken schwanger, meine über die Jahre leidlich verkümmerten Kenntnisse im Bereich der Mathematik wieder auf Vordermann zu bringen. Es muss ja nicht gleich für ein Studium des Faches reichen, aber zumindest hätte ich gerne meinen Wissensstand zum Zeitpunkt des bereits 22 Jahre zurückliegenden Abiturs zurück. Gerne darf es auch ein wenig mehr sein.

Zur zusätzlichen Motivation habe ich mir auch gleich noch einen neuen wissenschaftlichen Taschenrechner der Marke Casio zugelegt, einen fx-991DE PLUS. Den alten aus der 7.Klasse besitze ich zwar immer noch, aber er ist wirklich ganz schön in die Jahre gekommen.

Damals haben wir mit unseren Taschenrechnern eigentlich nur Blödsinn getrieben. Einen Spickzettel in der Klappe anbringen stand natürlich ganz hoch im Kurs. Dicht gefolgt vom Eintippen scheinbar zufälliger Zahlenfolgen, die ein „Hihihi“-Wort ergeben, wenn man den Taschenrechner dann auf den Kopf stellt. Und gerne haben wir uns gegenseitig auch die Rechner so kompliziert wie nur möglich verstellt, so dass ein Rechnen im Dezimalsystem zur Unmöglichkeit wurde.

Auf eine eigentlich viel offensichtlichere als auch herausforderndere Spielmöglichkeit mit sind wir damals erst gar nicht gekommen. Man gebe eine Ausgangszahl und eine Zielzahl vor und beschränke die zur Verfügung stehenden Rechenoperationen. Und schon hat man ein mitunter sehr anspruchsvolles Rätsel geschaffen. Hier ein Beispiel:

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Wie komme ich in maximal fünf Zügen von 0 auf den Wert 404? Da ich mit einer Null starte, fallen die Optionen x10 und /2 schon einmal flach. Bleibt also nur +8. Ok, ein Zug ist verbraucht, aber was nun? x10 macht 80, noch drei Züge über. 404 ist 808 geteilt durch zwei. Kann ich in zwei Zügen auf 808 kommen? Ah, 80 x 10. Und dann noch +8. Jetzt wie geplant durch die Zwei teilen, und schon ist Level 12 gelöst.

Das ist das Prinzip von Calculator: The Game, dem das Spiel in insgesamt 200 Leveln folgt. Zunächst arbeitet man nur mit den einfachen Operatoren der vier Grundrechenarten. Aber recht bald bietet Clicky, so der Name des Taschenrechners, den man in Händen hält, weitere Möglichkeiten an, (Zwischen)-Ergebnisse zu manipulieren.

Viele der Aufgaben sind mit ein wenig Hirnschmalz gut zu lösen, und oft hilft auch einfach ein wenig zielloses Herumprobieren, um auf das gewünschte Ergebnis zu kommen.

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Ab Level 180 wird das Spiel aber wirklich schwer. Die Funktion der letzten Operation, die Calculator: The Game einführt, hat sich mir bis zum Ende des Spiels einfach nicht erschlossen. und so musste ich öfters als mir lieb war, das Internet um Hilfe bemühen.

Toll gemacht ist die Entwicklung, die Clicky im Verlauf des Spiels durchmacht. Zu Beginn noch ein harmloses und nettes Taschenrechnerprogramm, offenbart es eine zunehmend dunkle Seite seiner Persönlichkeit, je mehr es ihm gelingt, Kontrolle über das Betriebssystem zu erlangen.

 

Fazit

Calculator: The Game von Simple Machine, LLC ist ein wirklich originelles Spiel für iOS. Wer hätte schon gedacht, dass man einem drögen Werkzeug wie einem Taschenrechner so gute Unterhaltung und Rätselspaß entlocken kann.

Das Spiel ist mit viel Liebe zum Detail umgesetzt. So kann man zum Beispiel den Solar-Sensor mit dem Finger überdecken und Clicky legt sich schlafen.

Da Calculator: The Game gratis im App Store erhältlich ist, soll es sich über In-App Käufe finanzieren. Es ist mir ein Rätsel, wie so ein Geschäftsmodell heutzutage noch profitabel sein kann, da die Lösung eines jeden Rätsels über wenige Klicks im Internet auffindbar ist.

Ganz fehlerfrei lief das Spiel auf meinem iPhone 7 mit iOS 11.41.1 leider nicht. Gerade in den höheren Leveln hatte ich reproduzierbare Abstürze und auch eigentlich erlaubte Rechenoperationen führten zur Anzeige eines ERROR im Display meines kleinen digitalen Begleiters.

Persönlich wäre ich auch mit 100 Leveln zufrieden gewesen. Gerade die letzten 20 Level sind wie bereits geschrieben einfach zu schwer.

Was wirklich gut gemacht ist, ist die Entwicklung, die Clicky durchmacht. Das Ganze erinnert mich ein wenig an Wheatley aus Portal 2.

Calculator: The Game hat mir viel Spaß gemacht und ich kann das Spiel alle Fälle weiterempfehlen. Für Rätselfreunde sowieso ein Muss.

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