Castlevania Symphony of the Night

Ich bin ein großer Fan von Neujahrsvorsätzen. Und so habe ich auch dieses Jahr die besinnliche Vorweihnachtszeit dafür genutzt, mir eine kleine aber feine Liste an Titeln zu erstellen, die ich 2019 unbedingt durchspielen möchte. Darunter der Castlevania-Klassiker Symphony of the Night. Wer wissen will, was es noch auf meinen Zettel geschafft hat, der darf weiter gespannt sein. Verraten wird an dieser Stelle nichts.

Zwar sind es noch ganze 12 Tage bis zur unvermeidlichen Silvesterböllerei, aber schon jetzt kann ich in meiner Liste den ersten Haken setzen. Untermalt von einer unglaublich kitschigen Komposition ist der Abspann von Symphony of the Night an meinen vor Freude strahlenden Augen vorbei gescrollt.

Über das Spiel zu schreiben fällt mir leicht. Da gibt es absolut nichts auszusetzen. Bei SOT handelt es sich um ein Castlevania wie ich es kenne, wie es in meinen Augen zu sein hat und noch mehr.

Meine ganz eigene Geschichte mit der Saga der Vampirjäger reicht bis in das Jahr 1983 zurück. In der Spielwarenabteilung des Karstadts meiner Heimatstadt war ein NES ausgestellt, auf dem abwechselnd die Demos von Zelda und Castlevania gezeigt wurden. Schon als Neunjähriger war mir da klar, dass es sich hier um etwas ganz Besonderes handeln muss.

Für mich ist Castlevania eigentlich untrennbar mit der Firma Nintendo verbunden. Um so erstaunlicher ist es, dass Symphony of the Night 1997 von Konami für Sonys Playstation erschienen ist. Die Sega-Variante blende ich einfach mal aus. Wer zur Hölle hatte denn in Deutschland schon eine Saturn?

Wie genau ich auf diesen Teil der Saga aufmerksam geworden bin, weiß ich schon gar nicht mehr. Vermutlich wurde es auf irgendeiner Must-Play Liste in einem der zahlreichen Spielemagazine aufgeführt, die ich so abonniert habe.

Also habe ich kurzerhand im Playstation Store für wenig Geld eine Kopie erstanden und mich unverzüglich ans Werk begeben. Und es nicht einmal zum ersten Speicherpunkt geschafft! Ganz zu schweigen davon, dass Symphony of the Night auf meinem großen Fernseher im Wohnzimmer mehr als bescheiden ausgehen hat. Folglich musste ich meinen ersten Anlauf zähneknirschend als kompletten Fehlschlag verbuchen und Castlevania ist wieder zurück auf den digitalen Spielestapel gewandert.

Die Rettung betrat wie so oft in Form des Podcasts Stay Forever die Bühne. Um genau zu sein handelt es sich um den Konsolenableger Super Stay Forever, der in Folge 4 SOT zum Thema hatte. Sofort war die die Motivation wieder da, einen zweiten Versuch zu starten. Dieses Mal aber auf meiner leicht angestaubten PS Vita, die sich als die perfekte Plattform für Castlevania entpuppt hat. Denn in der Auflösung des Handhelds sieht das Spiel einfach spitze aus.

Neben Familie und Beruf habe ich gut eine Woche dafür benötigt, Dracula wieder in seine Schranken zu weisen. Eine längere Zugfahrt von München nach Bonn und wieder zurück kamen mir da mehr als gelegen.

Auch wenn ein jedes Castlevania das gleiche Spielprinzip verfolgt, so ist es für mich doch immer wieder ein wahres Vergnügen, mir einen Weg durch das Vampirschloss zu finden. Fantastische Kulissen, großartige Bosskämpfe, erstklassige Musik. Den Soundtrack zu Symphony of the Night könnte ich stundenlang hören. Hier sei ein wenig Werbung für meinen alten Schulfreund Alexander eingestreut, der sich auf OCRemix dem zweiten Teil der Serie angenommen hat.

SOT setzt fünf Jahre nach den Ereignissen in Dracula X: Rondo of Blood an. Der dunkle Priester Shaft verfolgt das Ziel Graf Dracula erneut zum Leben zu erwecken, um so von dessen Macht zu profitieren. Als eines Abends Richter Belmont spurlos verschwindet, begibt sich die inzwischen erwachsene Maria auf die Suche nach ihm. Zeitgleich erwacht Alucard, der Sohn Draculas, aus seinem ewigen Schlaf. Allein mit der Chronologie der Serie und der Auflistung aller Verwandtschaftsbeziehungen könnte man ein kleines Buch füllen. Aber eigentlich ist alles was man über Symphony of the Night wissen muss, dass man als Spieler in die Fußstapfen eben jenes Alucard tritt mit dem Ziel, sich seinem Vater in den Weg zu stellen.

Laut Wikipedia handelt es sich bei SOT einen wahren Meilenstein der Serie. Zum ersten Mal können Waffen, Rüstungen und zahlreiche Gegenstände gegen Gold käuflich erworben werden. Ein Levelsystem wird angeboten und Dialoge zwischen den einzelnen Akteuren des Spiels feiern ihre Premiere. Da ich selbst erst spät in die Saga eingestiegen bin, habe ich all dies als selbstverständlich wahrgenommen, aber anscheinend ist Symphony of the Night hierfür der Wegbereiter.

Und dennoch vermag es SOT auf all das, was ich an Castlevania so sehr schätze, noch einen oben drauf zu setzen.

So gilt es nicht nur ein Schloss zu erkunden, nein durch zwei Burgen muss man sich kämpfen, will man das gute Ende des Spiels zu Gesicht bekommen. Hat man sich im ersten Durchlauf bis in Draculas Thronsaal vorgearbeitet, so wird man dort nicht von dem Vampirfürsten selbst, sondern von Richter Belmont begrüßt. Bringt man diesen zu Fall, so ist das Spiel zwar beendet, aber das Gefühl von absoluter Unzufriedenheit wird man einfach nicht wieder los. Das soll es wirklich schon gewesen sein? Wo ist Dracula? Was für ein Ende ist das denn?

Das Rätsels Lösung liegt darin zu erkennen, dass Richter nur ein Spielball des Priesters Shaft ist, der unsichtbar im Hintergrund dessen Fäden zieht. Erst das Tragen einer magischen Brille, die man durch das Anlegen zweier bestimmter Ringe, in einem bis dahin verborgenen Teil des Schlosses erhalten kann, bringt Shaft zum Vorschein. Ihn gilt es in Wirklichkeit (temporär) zur Strecke zu bringen, um so Belmont von seinem Fluch zu befreien. Erst dann beginnt der zweite Teil von Symphony of the Night. Man wird in Draculas wahres Schloss teleportiert, eine gespiegelte Kopie des ersten, randvoll gefüllt mit knochenharten Gegnern.

Einhundertprozentig ausbalanciert ist das Spiel nicht. Hat man erst einmal die Fähigkeit erlangt, sich in eine giftige Gaswolke zu verwandeln, so entwickelt sich die Wanderung durch das zweite Schloss zu einem entspannten Spaziergang. Selbst unverwundbar, löscht man einen jeden Gegner aus, der sich einem in den Weg stellt. Bis es aber so weit ist, wird gestorben was das Zeug hält. In dieser Häufigkeit habe ich schon lange keinen Game Over Screen mehr zu Gesicht bekommen.

Das Besondere für mich an Symphony of the Night sind zum einen die vielen Rästelelemente als auch die unzähligen kleinen geheimnisvollen Details. So entdeckt man zum Beispiel an einer Stelle im Spiel einen Beichtstuhl, in den man sich setzen kann. Tut man dies, so erscheint nach kurzer Zeit die Geistererscheinung einer jungen Frau, die ebenfalls Platz nimmt und beginnt ihre Sünden zu beichten. Zum Verlauf der Geschichte trägt dies absolut nichts bei aber es ist einfach ein tolles Detail.

Fazit

Mit Symphony of the Night habe ich genau das richtige Spiel gewählt. Auf dem Game Boy Advance und dem Nintendo DS habe ich bereits so gut wie alle erhältlichen Castlevania-Titel durchgespielt. Aber die Erfahrungen, die ich mit SOT auf der PS Vita gemacht habe, stechen all diese Erlebnisse aus.

Ganz ohne die Unterstützung einer namhaften Suchmaschine wäre ich vermutlich nicht zurechtgekommen. Aber spielen musste ich selber. Oft frustrierend, wenn ich es mit einem nur noch knapp gefüllten Lebensbalken nicht mehr zum rettenden Speicherpunkt geschafft habe, und dennoch die von mir gesuchte Herausforderung.

Wer plant, auch nur einen einzigen Titel der Castlevania-Serie zu spielen, dem kann ich ohne Einschränkung zu Symphony of the Night raten.

P.S.

Ein wenig schade, dass ich für diesen Blogpost keinen einzigen Screenshot anbieten kann, da ich mich nicht darum gekümmert habe, wie dies auf der PS Vita zu bewerkstelligen ist. Und mich frei über Googles Bildersuche zu bedienen, wollte ich nicht. Der Dank für das Logo im Titelbild geht aber an das Castlevania Wiki, eine wahre Fundgrube für „all things Castlevania“.

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