Kyle is Famous

Kyle wacht auf. Er ist berühmt.

Denn er ist Moderator der äußerst beliebten Talkshow „Aufbleiben mit Kyle“, die in den letzten Jahren schnell an Popularität gewonnen hat.

„Ein famoser, pummeliger weißer Mann“ (Inside Magazine). Eine Inspiration für junge Menschen, sich wieder verstärkt den sogenannten MINT-Fächern zuzuwenden (Top Tech).

Die Welt hat all ihre Augen auf Kyle gerichtet. Während im Fernsehen angeregt sein Privatleben diskutiert wird, fluten Fans das Internet mit „Best-Of“ Videos. Allesamt Zusammenschnitte seiner letzten Auftritte.

Doch heute Nacht erwartet Kyle seinen bisher wichtigsten Talk-Gast, Rachel May, eine freundliche und liebenswerte Philanthropin, die Vielen in der Bevölkerung am Herzen liegt.

Kyle reißt die Augen auf. Er weiß, dass heute seine letzte Chance ist, sich auf dieses Interview vorzubereiten.
Und dafür bleiben ihm genau 30 Stunden Zeit. Was tun?

Mein erster Durchlauf des Spiels dauert nur wenige Minuten. Aufstehen, den besten Anzug aus dem Schrank geholt, ab an den Schreibtisch. Vier Fragen gilt es für das Interview auszuwählen. Nur Oberflächliches, wie Diät-Tipps, Laster, oder das lustigste Erlebnis.

Als nächstes geht es in die Küche, Zeit für Frühstück. Auf dem Weg zum Taxi ist noch kurz Zeit für einen Plausch mit der Nachbarin im Haus. Ein jede Entscheidung reduziert die verbleibende Zeit um eine Stunde. Schnell ist der Puffer aufgebraucht und Kyle ist unterwegs ins Studio. Das Interview läuft bestens. Ich erreiche das Ende „Good Interview“. Einer von 28 möglichen Ausgängen der Geschichte.

Dies ist der Zeitpunkt an dem das Spiel Tiefe gewinnt. Denn wie erreicht man die verbleibenden 27 Enden?

Abseits der vernünftigen Optionen driftet „Kyle is Famous“ schnell in totale Absurdität ab. So kann man zum Beispiel anstelle der Nachbarin auch dem lokalen Elektronikgeschäft einen Besuch abstatten und dort einen Pappaufsteller mitgehen lassen. Im Fernsehstudio besitzt man nun die Möglichkeit nicht Rachel May sondern der Kartonage „Techno Jim“ Fragen zu stellen. Oder man lässt das Frühstück aus, stirbt vor Hunger und kann nun als Geist sein Unwesen treiben. Und vieles mehr. Noch habe ich nicht alle Ausgänge der Geschichte entdeckt.

Fazit

Mit einfachsten Mitteln hat John Szymanski ein kleines Kunstwerk geschaffen, das bestens zu unterhalten weiß. Schon lange habe ich nicht mehr so gelacht. Und all der Spielspaß ist vollkommen kostenlos auf Steam erhältlich. „Kyle is Famous“ ist eine wirkliche Überraschung und ich kann das Spiel absolut empfehlen. Ich mache mich jetzt wieder ans Spielen, denn es gilt noch 12 Lösungswege aufzudecken.

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