Loom

Jetzt habe ich es bald geschafft. Nur noch wenige LucasArts Adventure verbleiben ungespielt: Grim Fandango, Labyrinth und Flucht von Monkey Island.

Und ich schreibe gleich im Anschluss ans Durchspielen. Die Erinnerung ist noch mehr als warm.

Loom ist ein wahres Kleinod. 27 Jahre hat das Spiel bereits auf dem Buckel, im Abspann steht sogar noch LucasFilm. Produziert auf der legendären Skywalker Ranch. Erstaunlicherweise ist Loom erst nach Indiana Jones and the Last Crusade (1989) erschienen. Irgendwie hatte ich das zeitlich früher eingeordnet.

Man spielt den jungen Weber Bobbin Threadbare, der sich auf die Suche nach seinen in Schwäne verwandelte Gildengenossen machen muss. Im Verlauf des Abenteuers trifft er dabei auf Mitglieder andere großer Gilden wie Schmiede, Schäfer oder Glasmacher. Und ganz nebenbei kommt er einer Verschwörung auf die Spur, die den Fortgang seiner Welt bedroht. Ach, und mit einem furchterregenden Drachen legt er sich gleich auch noch an.

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Das besondere an Loom ist das Benutzerinterface. Sammelt man in anderen Adventure-Titeln Gegenstände ein und kombiniert diese auf originelle Art und Weise, so steht hier einzig und allein ein Webstock im Inventar zur Verfügung. Mit diesem vermag Bobbin Musiknoten zu Zaubersprüchen zu verweben, und dadurch seine Umwelt zu beeinflussen.

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Hier beginnt auch gleich das Um-die-Ecke-Denken. Erlernt der junge Weber zum Beispiel eine Notenfolge für das Öffnen von Gegenständen, so bewirkt dieselbe Abfolge an Tönen rückwärts gespielt ein Schließen. Einen Käfig öffnen? Oder ein Portal verschließen? Kein Problem. Was aber, wenn man einen Blitz benötigt? Ah, man öffnet einfach den Himmel!

Beginnt man mit lediglich vier Noten, so schaltet man Spielabschnitt für Spielabschnitt die Tonleiter des Stocks frei. Jeder Zauberspruch besteht aus einer Abfolge von vier Tönen. Ohne einen Notizzettel geht recht schnell gar nichts mehr, zu schnell verliert man ansonsten den Überblick über bereits Erlerntes. Da hilft auch das Internet nicht. Die jeweiligen Notenfolgen werden für jedes Spiel zufällig generiert.

Neue Zaubersprüche erlernt man durch Beobachtung seiner Umwelt oder aber durch Interaktion mit Gegenständen, die dabei eine ihnen eigene Tonfolge wiedergeben. Klickt man zum Beispiel ein Spinnrad an, so erfährt man den Zauberspruch für das Umwandeln von Gegenständen und kann ab sofort Heu in Gold verwandeln.

Loom stellt den Spieler zu Beginn des Spiels vor die Wahl eines dreier Schwierigkeitsgrade. Die Wahl beeinflusst zwar nicht die Rätsel im Spiel, dafür aber die Interaktion mit dem Webstab. Werden im leichten Modus die Noten sowohl auf dem Stab angezeigt, als auch zusätzlich in einer kleinen Box, so erkennt man sie im schweren Modus nur noch an ihrem Klang bzw. der Farbe auf dem Stock.

Loom ist wunderhübsch gezeichnet. Ich kann mit kaum entscheiden welche Screenshots ich hier am besten einfüge. Am liebsten würde ich alle nehmen.

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Humor ist dem Spiel nicht fremd, wenn auch auf eine ihm eigene Weise. Was mich überrascht hat ist, dass Loom stellenweise recht düster ist. So trifft man zum Beispiel auf einen Schmiedelehrling, der beim Holzsammeln eingeschlafen ist. Um die Stadt der Schmiede betreten zu können, wendet man auf den Jungen den Zauberspruch der Spiegelung an. Schwups, schon ist die Gestalt getauscht. Während man nun die Schmiede erkundet, findet der Drache, den man zuvor verärgert hat, den Schlafenden. Diesen hält er natürlich für Bobbin Threadbare und alles was bleibt ist ein Gerippe, von dem die Fleischfetzen hängen. Und auch sonst wird fleißig gestorben, wenn auch in erster Linie die Bösewichte.

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Loom ist kein langes Spiel. Die Handlung erstreckt sich gerade mal über drei größere Kapitel. Nicht alle Rätsel sind intuitiv und gerade das Bewegen im Raum bereitet des Öfteren Schwierigkeiten. In nachfolgendem Screenshot gilt es zum Beispiel das Glöckchen eines Teleporters zu läuten. Nur ist die Glocke schlichtweg nicht zu erkennen. Sie befindet sich genau da, wo Bobbin steht, im Eck. Da ist nichts zu sehen!

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Oder aber gegen Ende des Spiels gilt es eine Reihe an Portalen zu verschließen. Mehr als einmal bin ich aus Versehen durch das jeweilige Portal getreten, bei dem Versuch meinem Webstab darauf zu fokussieren. Rein, raus, neuer Versuch. Wieder rein. Arghhh!

Was leider in meiner Version von Steam auch nicht gut gelungen ist, ist die Synchronisation von Animation und Sprachausgabe. Lange nachdem der letzte Satz bereits gesprochen wurde, bewegen sich die Lippen der Charaktere noch.

Dennoch, Loom muss man gespielt haben. Offenes Ende hin oder her. Da führt als Fan von LucasArts sowieso kein Weg dran vorbei. Lange vor PaRappa the Rapper oder Guitar Hero macht hier ein Spiel Musik zu seinem zentralen Element. Ein Novum. Tschaikowskis Schwanensee lässt grüßen.

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