Darkseed

Dem Hause Cyberdreams entstammt ein großartiges Spiel namens I Have No Mouth, and I Must Scream. Und dann ist da noch Darkseed.

Wem kann man dieses Adventure aus dem Jahre 1992 eigentlich empfehlen? Hardcore Point & Click-Enthusiasten, Spielearchäologen und HR Giger-Fans. Punkt. Darkseed ist einfach kein gutes Spiel.

Man spielt Mike Dawson, einen ambitionierten Schriftsteller, der geplagt von höllischen Kopfschmerzen in dem von ihm kürzlich erworbenen Anwesen aufwacht. Ist auch kein großes Wunder, da ihm bösartige Aliens, beheimatet in der Dark World, im Schlaf ein Gehirnimplantat eingepflanzt haben. Dumm gelaufen. Wieso, weshalb, warum? Außerirdische führen halt Menschenversuche durch. Quia scientiae.

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Die Handlung von Darkseed erstreckt sich über drei Tage. Aufstehen, Aspirin einwerfen, duschen, den Geheimnissen der Dark World auf die Spur kommen. Gibt es einen Weg, sich aus den Fängen der Aliens zu befreien?

Darkseed ist wahrlich Old-School. Inzwischen als Freeware erhältlich, musste ich einen DOS-Emulator entstauben. Dafür lief es aber erstaunlich gut. Keine Abstürze, Probleme mit Speicherständen, oder ähnliches.

Im rot umrandeten Bereich spielt sich alles ab. Der Rest ist Textausgabe und reine Dekoration. Was für eine Platzverschwendung. Apropos Text, Adventure-typische Dialoge kennt Darkseed nicht.

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Zwischen jeden Screen haben die Entwickler eine deutliche Ladezeit gepackt. Das Spiel zieht sich.

Zeit spielt bei Darkseed eine wichtige Rolle. So sind bestimmte Ereignisse an die Uhrzeit im Spiel geknüpft, wie die Zustellung von Paketen, Anrufe, oder aber das Erscheinen von NPCs. Punkt 22:00 Uhr fällt man erschöpft ins Bett. Besser man ist dann auch zuhause. Was bis dahin nicht erledigt wurde, fehlt einfach. Es bleibt kaum Raum für Entdeckungstouren.

Gezeichnet ist Darkseed eigentlich wunderschön. Die Animationen und Zwischensequenzen sind dafür nichts. Die Gesichtszüge der Bibliothekarin zum Beispiel sind mehr als gruselig umgesetzt. Als Screenshot leider nur schwer wiederzugeben.

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Äußerst positiv überrascht war ich hingegen von der musikalischen Untermalung. Ich muss mal in den Tiefen des Internets nach dem Soundtrack suchen.

Was aber wirklich unterirdisch ist, sind die Puzzle, der Kern eines jeden Adventure Games. Mir ein Rätsel, wer das je ohne Lösungsheft durchgespielt haben soll. Ich erinnere mich noch gut daran, wie mein Kumpel Christian und ich Darkseed als Teenager das erste Mal in Händen gehalten haben. Als große Giger und Alien Fans war der Titel natürlich ein Muss für uns. „Wow, man kann durch einen Spiegel eine dunkle Alienwelt betreten!“ Das war’s dann aber auch schon. Recht schnell haben wir wieder aufgegeben. Kein Vergleich mit Indiana Jones and the Fate of Atlantis, erschienen im selben Jahr.

Hier ein Beispiel. An Tag 2 sitzt man in der Dark World in einer Gefängniszelle ein. Es gibt kein Entkommen, es sei denn man hat eine Haarklammer im Gefängnis der lichten Welt unter dem Kopfkissen der dortigen Zelle platziert. Da kommt man vielleicht noch drauf. Ist dann aber schon mindestens einmal gescheitert. Wie kommt man aber an die Haarklammer? Die liegt an Tag 1 am Boden der Bibliothek! Ich habe mal einen Screenshot eingefügt, um zu zeigen wie bizarr das ist. Hat man den schwarzen Fleck auf dem Parkett übersehen, so führt kein Weg zurück. Das Spiel ist gelaufen. Speicherstand laden. Sofern man denn einen hat. Genau das ist mir passiert. Höchste Frustration.

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Ansonsten handelt es ich bei Darkseed um klassische Adventure-Kost. Gegenstände einsammeln und miteinander kombinieren. Das Inventar füllt sich.

Die Dark World ist wirklich „schön“. Bei HR Giger auch nicht anders zu erwarten. Wobei einem recht schnell auffällt, dass hier in erster Linie recycelt wurde. So richtig neue Kunst ist nicht zu sehen.

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Als Fazit bleibt, dass Darkseed keine Empfehlung und schon gar kein unterbewertetes Kleinod der Point & Click Adventure-Kunst ist. Wirklich nur mit Lösung zu spielen und dann auch nur für Fans. Manche Spieleboxen bleiben besser zu. Mir persönlich war wichtig, hier einfach mal einen Haken setzen zu können. 1992 bis 2017 sind dann auch schon wieder 25 Jahre in denen ich das Spiel gedanklich mit mir rumschleppe.

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