The Walking Dead – Season 2

„Oh my god I killed Kenny!“ Gleich den größten Spoiler zu Beginn loswerden. So muss ein Review sein.

Alles beim Alten

The Walking Dead – Season 2 kehrt zurück zu dem bereits aus der ersten Staffel bekannten Cel Shading Look. Sieht immer noch gleich aus. Sieht immer noch toll aus. Gut möglich, dass Telltale ein wenig an der Engine geschraubt hat. Einen signifikanten Unterschied zum ersten Teil vermögen meine alten Augen nicht zu auszumachen. Mir gefällt es.

Und wenn wir schon bei einem Erkennungsmerkmal der kalifornischen Spieleschmiede sind, dann dürfen natürlich auch die Quick-Time-Events nicht fehlen. So richtig etwas Neues ist Telltale hier nicht eingefallen. „Q“, „Q“, „Q“, „Q“….“E“. Bis die Finger bluten.

Ebenso verbleibt die Aufteilung der Geschichte in fünf Episoden. Eine jede besitzt ihren eigenen Spannungsbogen plus Cliffhanger am Ende.

Eine Wahl auf Zeit treffen zu müssen, ist altbekannt, die Zusammenfassung der wichtigsten Entscheidungen am Ende einer jeden Episode ebenso. Wir haben 100 Leute befragt „Würden sie Lee eine Kugel in den Kopf jagen?“…

Rätseltechnisch hat sich nichts getan. Eher ist das, was man was nur mit Müh und Not in Season 1 als Puzzle bezeichnen konnte, noch weiter in den Hintergrund getreten. Der aus Adventure Games der goldenen LucasArts Jahre gewohnte Rätselspass ist nun gänzlich verschwunden. Gut so. Entweder ganz oder gar nicht. Lauwarm schmeckt einfach nicht.

Und dann sind da natürlich noch Zombies. Viiiieeeele Zombies! Gestorben wird bis zum Abspann.

Alles neu

Und doch ist alles neu! The Walking Dead Season 2 überragt den ersten Teil um Längen. So muss das sein. Jetzt macht es endlich auch mir Spaß. Habe ich mich durch den ersten Teil noch wie einer der vielen Untoten geschleppt, so bin ich durch Season 2 gerast. Und ich habe Bock auf mehr. Telltale Games haben ihre Hausaufgaben gemacht. 1+.

Endlich spielt man als Clementine. Noch lange nicht erwachsen, aber die Unschuld des kleinen Mädchens in die Tonne getreten. Bis auf wenige Ausnahmen ist dies den Entwicklern auch glaubhaft gelungen. Über die Szene mit dem streunenden Hund müssen wir aber noch einmal reden. Das war ein wenig too much.

Die langen Pausen sind verschwunden. Die Handlung schreitet zügig voran. Nicht erst ewig mit jedem NPC sprechen müssen. Action wird großgeschrieben. Und doch bleibt genug Zeit für die leisen Momente des Spiels. Und es ist endlich spannend.

Gestorben wird an allen Ecken und Enden. Und dieses mal richtig grausam. Schädel einschlagen, Arm abhacken, ertrinken im eisigen See…alles dabei. Einer erschöpften Mutter, die ihr Neugeborenes in Händen hält und beginnt sich in einen Zombie zu verwandeln, eine Kugel in den Kopf zu jagen… Telltale kennt in Season 2 kaum Grenzen.

So viele neue spannende Charaktere trifft man und auch alte, vom Schicksal gezeichnete Bekannte sind wieder mit an Bord.

Seinen Spielstand kann man aus Teil 1 übernehmen. Ich hatte keinen mehr. Ob es einen signifikanten Unterschied gemacht hätte? Ich weiß es nicht.

The Walking Dead Season 2 ist das Spiel, das Season 1 hätte sein sollen. Nur leider ist es schwer gleich hier in die Apokalypse einzusteigen. Wenn auch noch so zäh, Teil 1 muss man gespielt haben. Erst dann kann man verstehen, was Clementine zu dem Menschen gemacht hat, der sie jetzt ist. Kühler, grausamer, der Beschützerinstinkt ist verschwunden.

Ich fand den zweiten Teil richtig gut und werde wider Erwarten The Walking Dead treu bleiben. Humble Bundle sei Dank.

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