Baphomets Fluch

Baphomets Fluch…die Altlast der Altlast. Bereits 2011 hatte ich einen ersten Versuch unternommen das Abenteuer rund um den verlorenen Schatz der Tempelritter durchzuspielen, irgendwann jedoch wieder aufgegeben. Warum? Ich weiß es nicht mehr. An irgendeinem Rätsel bin ich wohl hängengeblieben.

Und so ist Broken Sword, der internationale Originaltitel des Spiels, in den Tiefen meiner gekauften aber nicht installieren iOS-Apps versunken. Bis vor knapp zwei Wochen. Jetzt oder nie!

Gespielt habe ich die meiste Zeit in U-Bahn und Bus auf dem Weg hin zu und zurück von der Arbeit. Baphomets Fluch eignet sich bis auf ganz wenige Spielmomente bestens für den mobilen Einsatz und läuft trotz seines Alters auch unter iOS 11 auf meinem iPhone 7 fehlerfrei. Keine Abstürze, keine Hänger. Fehlerfreies Speichern.

Der Großteil der Rätsel funktioniert erstklassig auch auf einem kleinen Bildschirm und nur ein einziges Puzzle wurde schlecht für das Touch-Interface umgesetzt. Hier hat das Studio Revolution aber dann gleich ganze Arbeit „geleistet“. Den nachfolgenden Screenshot habe ich nur eingefügt, um den Beweis zu liefern, dass das Markieren von Bibelpsalmen auf einer Steintafel auch wirklich lösbar ist. Ich habe mir fast die Zähne daran ausgebissen, da ein Unterstreichen mit dem Finger so gut wie nicht funktioniert. Höchstes Frustrationspotential. Beinahe hätte ich wieder aufgegeben. Aber wie gesagt, das ist wirklich die einzige hakelige Stelle im gesamten Spiel.

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Nach insgesamt zehn Stunden Spielzeit lege ich die Geschichte der Templer zufrieden zur Seite. Baphomet war meine investierte Zeit mehr als wert. Der Humor des Spiels mag oft angestaubt wirken, und dass das Ende ein wenig zu kitschig ausfallen, aber das klassische Point & Click Adventure hat wirklich viel Spaß gemacht.

Worum geht’s?

Baphomets Fluch startet in Paris. Die französische Journalistin Nicole Collard wird von Pierre Carchon, einem Staatsmann in dessen Residenz eingeladen. Zu dem geplanten Interview kommt es jedoch nicht. Vor den Augen Nicoles wird der Politiker Opfer eines Mordes. Verübt von einem als Pantomime verkleideten Killer.

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In der Aufregung beschließt Nicole spontan Beweisstücke am Tatort einzustecken und eigenmächtig Untersuchungen des Verbrechens anzustellen. Die Spuren, denen sie nachgeht, deuten eine riesige Story an.  So ist Carchon nicht die erste Person von Rang und Namen, die einem verkleideten Killer zum Opfer gefallen ist. Aber in welcher Beziehung stehen die Getöteten zueinander? Und was wollte Carchon Nicole eigentlich erzählen? Ein geheimnisvoller Schlüssel führt Nicole in den Pariser Untergrund. Genauer gesagt in ein Geheimversteck mit Hinweisen auf die Sekte der Tempelritter. Fragen über Fragen. Nicole ist einem großen Geheimnis auf der Spur.

Szenenwechsel. Der amerikanische Tourist George Stobbart sitzt vor einem Pariser Straßencafé in der Sonne. Ein nervös wirkender Mann betrifft das Bistro, gefolgt von einem dubiosen Clown. George nimmt dies jedoch nur am Rande wahr. Die hübsche Kellnerin bedarf seiner vollen Aufmerksamkeit.

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Sekunden später legt eine Bombe das Café in Schutt und Asche. Der anonyme Informant, den Nicole in dem Bistro treffen wollte, ist tot, der Mörder im Clownskostüm auf der Flucht. George, der die Explosion nur knapp, jedoch unverletzt, überlebt hat, nimmt die Verfolgung auf und wird so unweigerlich in das Abenteuer hineingezogen.

Die Suche nach dem Killer und dem Hintergrund der Verbrechen spielt über weite Strecken in Paris, erstreckt sich aber bis von Spanien über Irland bis nach Syrien. Es gilt den verloren geglaubten Schatz der Tempelritter auf die Spur zu kommen.

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Fazit

Baphomets Fluch ist ein wirklich unterhaltsames Adventure Game. Alle Rätsel sind gut gemacht und nur sehr selten fällt ein Puzzle in die Kategorie „unlösbar und dämlich“. Die Hintergründe sind ein Highlight des Spiels. Keine dumpfe Pixel Art, sondern wunderschön gezeichnet.

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Die Geschichte ist spannend und auch die Dialoge durchaus unterhaltend. George: „Ich bin unschuldig. Ich bin Amerikaner.“ Polizist: „Können Sie sich nicht für eines entscheiden?“. Baphomet lebt über weite Strecken von seinen Dialogen, im Spiel wird viel geredet.

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Das in das Adventure integrierte Hilfesystem ist vorzüglich. Hängt man an einer Stelle, so hat man die Möglichkeit, sich bis zu vier Hinweise anzeigen zu lassen. Von einem Tipp bis hin zur Lösung des Rätsels. Kein unnötiges Googeln und Lesen von Walkthroughs. Der Spielfluss wird so kaum unterbrochen. Und wer kommt schon durch ein Point & Click Adventure ganz ohne den einen oder anderen Schups. Die Alternative wäre ein aus anderen Vertretern dieses Genres bekanntes, endloses Absuchen der Umgebung und Ausprobieren von Optionen. Einer flotten Abenteuergeschichte einfach nicht dienlich. Es ist mir nicht ersichtlich, warum ich bei meinem ersten Versuch Baphomet zu spielen, nicht darauf zurückgegriffen habe.

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Broken Sword ist grundsolide Adventure-Kost mit sympathischen Charakteren. Ich kann mir sehr gut vorstellen noch weitere Teile der Serie zu spielen. Ich möchte wissen, wie es mit Nicole und George weitergeht. Und auch die Geschichte der Tempelritter ist nicht erschöpfend zu Ende erzählt. Jetzt habe ich Lust auf mehr. Fazit: Empfehlung.

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Ein Gedanke zu “Baphomets Fluch

  1. I’ll have to try it out. I’ve been avoiding adventure games on iOS for some reason, but this is game I’ve been curious about. Good to read that it worked on a phone. Also I’m looking for a new phone game to play – child has been sleeping badly again :-/

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