Worse Than Death

Juhu, Benjamin Rivers ist zurück! Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren habe ich mein Review zu Alone With You online gestellt. Voller Vorfreude auf das nächste Werk des Kanadiers. Mit der Veröffentlichung von Worse Than Death ist dieser Zeitpunkt nun nach einer langen Zeit des Wartens gekommen. Am 1. Juli stand meine Vorbestellung in Apples App Store endlich zum Download bereit. „Ein furchteinflößender, ergreifender Thriller über eine Highschool-Wiedersehensparty, die entsetzlich schiefläuft.“, so die Kurzusammenfassung des Entwicklers.

Worum geht’s?

Die Handlung setzt am Abend des 22. März 1996 ein. Holly, die Hauptdarstellerin des Spiels, befindet sich am Steuer ihres Autos auf dem Weg in ihre Heimatstadt, um an besagtem Klassentreffen teilzunehmen. Schon im Vorspann wird klar, dass sie mit sehr gemischten Gefühlen zurückkehrt. Seit ihrem Weggang hat sie ihren ehemals besten Freund Flynn nicht mehr gesehen. Und die Gedanken an einen Unfall, bei dem ein Mädchen namens Grace den Tod gefunden hat, überschatten ihre Heimkehr.

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Hollys erster Weg führt sie in die Kneipe ihres kleinen Heimatorts. Nach ein paar freundlichen Worten des Wiedersehens mit dem Barkeeper nimmt sie an einem Ecktisch Platz, an dem ihr Jugendfreund bereits auf sie wartet. Es dauert nicht lange, da stürmt der stockbetrunkene Jack heran, beginnt Flynn wild zu beschimpfen und gibt ihm die Schuld an Grace‘ Tod. Nur ein Eingreifen des Kneipenbesitzers verhindert Schlimmeres.

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Umblende. Nach einer durchwachten Nacht im Motel trifft sich Holly mit Flynn auf dem Parkplatz ihrer ehemaligen Highschool. Keiner der beiden verspürt große Lust auf ein Wiedersehen mit all den Klassenkameraden.

Auf der Party angekommen trennen sich die Wege der beiden zunächst. Während sich Holly in der dekorierten Turnhalle in ein wenig Smalltalk mit einem alten Lehrer und der damaligen Klassenschönheit stürzt, sucht ihr Begleiter auf dem kürzesten Weg die Toilette auf, um all den Anfeindungen durch die Anwesenden zu entgehen. Nach wie vor ist vollkommen unklar warum ihm Grace‘ früher Tod angelastet wird.

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Nachdem Flynn aber nach einer guten Weile nicht in die Turnhalle zurückkehrt, begibt sich Holly in dem Schulgebäude auf die Suche nach ihm.

Dies ist der Moment, an dem sich die steife Wiedersehensparty in einen wahren Horror-Thriller zu wandeln beginnt. Denn Holly ist nicht allein in den spärlich beleuchteten Gängen und Räumen der Schule. Und anstelle von Flynn entdeckt sie in einem Klassenzimmer das Opfer eines brutalen Mordes. Der Bully Jack wurde mit solcher Gewalt in Stücke gerissen, dass die Blutspritzer an der Wand entlang bis unter die Decke reichen. Holly ergreift die Flucht und das Spiel nimmt seinen Lauf…

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Das Spiel

„Worse Than Death“ erstreckt sich über insgesamt acht Kapitel, in denen an zahlreichen Handlungsorten des kleinen Ortes der weitere Verlauf der Nacht erzählt wird. Bis in die frühen Morgenstunden des nachfolgenden Tages führt einen der Weg. Über eine verlassene Wohnsiedlung, die Stadtbibliothek und den Friedhof hin zu den Hallen eines alten Sägewerks.

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Ein zentrales Spielelement ist das Schleichen und Verstecken, denn, so viel sei verraten, Holly wird ab dem Zeitpunkt des Auffindens des verstümmelten Jacks gejagt.

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Kommt der sich in den Schatten bewegende Jäger in ihre Nähe, so kündigt er sich durch seine eisige Kälte an, die er im ganzen Raum verströmt. Hollys Herz beginnt wie wild zu pochen und ein Balken am unteren Bildschirmrand zeigt an, wie nah die Monstrosität ihr schon ist. Spätestens wenn sich diese Anzeige in ein Dunkelrosa färbt, muss sie ein Versteck gefunden haben und dort mucksmäuschenstill verweilen. Ansonsten ist es um sie geschehen. Zumindest sind die Speicherpunkt gut gesetzt, so dass man als Spieler in der Regel an Ort und Stelle sein Glück erneut versuchen kann.

Die Momente des Schleichens und Versteckens wechseln sich mit langen Passagen des Erkundens ab. Und wie bereits aus den bisherigen Spielen Benjamin Rivers gewohnt, gilt es so einige Rätsel zu lösen. Mal gilt es einen Türcode zu knacken, Bücher aufzuspüren, oder die Knöpfe einer Maschine in einer bestimmten Reihenfolge zu drücken, so dass diese ihre Arbeit aufnimmt.

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Nur ein einziges Mal bin ich festgesteckt und musste Benjamin via Twitter um Rat fragen, da ich auf der komplett falschen Spur war. Als ich dann aber letztendlich hinter die Lösung besagten Rätsels gekommen bin, war ich um so erfreuter darüber, wie gut es gemacht ist.

Fazit

Natürlich schweige ich mich darüber aus, was Holly in dieser Nacht alles widerfährt, was es mit Grace Tod auf sich hat und wer hinter dem Schrecken steckt, der über den kleinen Ort hereinbricht. Nur so viel sei verraten, das Ende ist irgendwie erwartet und dann doch mehr als überraschend.

Zu Beginn habe ich mir vor allem mit den Abschnitten schwergetan, an denen es gilt, dem Schattenmonster zu entkommen. Es hat ein wenig gedauert, bis ich den Bogen raushatte und ich musste so manche Stelle mehrmals wiederholen.

Die Rätsel sind alle gut zu lösen, aber es empfiehlt sich entweder Screenshots zu machen oder aber Stift und Papier griffbereit zu halten. Ich zumindest kann all die Hinweise, die zur Lösung einer Aufgabe führen, nicht im Kopf behalten.

Und noch ein Tipp. Man sollte vorsichtig sein, und nicht zu allzu voreilig auf den Touchscreen tippen. Denn oft unterbricht man so etwas unglücklich einen Dialog, ohne ihn vollständig zu Ende gelesen zu haben. Wem dies passiert, der kann aber einfach seinen Finger auf dem iPhone halten, denn erst beim Loslassen wird die Textbox geschlossen.

Die Pixelgraphik des Spiels gefällt mir außerordentlich gut. In den Zeichnungen der Charaktere ist klar Benjamins Stil erkennbar. Gerne empfehle ich an dieser Stelle auch seine Graphik Novel SNOW.

Die musikalische Untermalung entstammt wieder der Feder Ivor Stines‚. Ganz toll und stimmungsvoll gemacht.

„Worse than Death“ ist jede Spielminute wert. Und wie bei „Alone With You“ freue ich mich auch jetzt schon auf das nächste Spiel.

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